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Das G3 in "Battlefield 2" freizuschalten,
war nicht wirklich meine beste Idee. Aber das TM G3 SG/1 zu kaufen, in jedem
Fall. Ich
wollte schon immer ein Gewehr von H&K haben. Und da ich von den MP5 Modellen
optisch nichts halte (abgesehen von den SD-Versionen), und das G3 SG/1 bei Teutenberg für derzeit ungeschlagene 299 €
aufgetaucht ist, habe ich gleich bestellt.
Passender Akku (39,90 €) und ein einfaches Ladegerät (12,00 €) dazugeordert...
sollte für den Anfang reichen.
Lieferung:
Gewohnt schnell und zuverlässig, wie Teutenberg ist, war
die Waffe nach 2 Tagen da. Verpackt in einem schicken TM-Karton.
Dabei waren:
-
die üblichen Bedienungsanleitungen und
Warnhinweise mit den drolligen japanischen Abbildungen,
-
3 Papierzielscheiben,
-
ein Magazin (LowCap für 70 BB's),
-
der Ladestab und das Laderöhrchen,
-
200 Marui HeavyWeight BB's (0,25g),
-
ein Stab, zum Reinigen des Laufes oder um verklemmte Kugeln zu entfernen,
-
eine Abdeckung (ButtPlate) zum verschließen des
Akkufachs in der Schulterstütze,
-
ein doppelseitiger Klebestreifen für den Wangenschutz,
-
und natürlich das Gewehr mit roter Mündungsschutzkappe.

Habe bei StormTec noch eine
Schalldämpfer-Attrappe und ein ZF-Mount dazugekauft, und es war so, wie ich es
wollte.
Erster Eindruck:
Als ich das Gewehr ausgepackt habe, war ich sehr
überrascht, wie lang die Waffe tatsächlich ist (ist 'ne Weile her, das ich beim
Bund war). Ohne Schalldämpfer schon 104 cm (mit Schalldämpfer 114 cm). Mein RAM
2-R sieht im Vergleich dazu eher kurz aus.
Habe die Anleitung (so gut, wie es geht)
studiert, und hier und da, wie empfohlen, mit Silikonspray etwas nachgeholfen.
Dafür benutze ich in der Regel das "Klever
Ballistol Silikonspray", was mir bei meinen BlowBacks immer schon sehr gute
Dienste geleistet hat.

Die Verarbeitung ist hervorragend, soweit
ich das beurteilen kann. Das Problem, das die Waffe aufgrund locker anliegender Plastikteile "knarzt" habe ich ansich nicht feststellen können.
Sicher.. wenn man den Schaft wie in einen
Schraubstock gespannt anpackt, und daran rumdreht, hört man das schon. Aber bei normalem Handling
ist das nicht der Fall. Nichts klappert oder wackelt an der Waffe. Und wenn
doch, schafft ein Spritzer Silikonspray stets Abhilfe.
Obwohl die Waffe nahezu komplett aus
Plastik besteht, macht sie einen sehr stabilen und hochwertigen Eindruck.
Alleine schon wegen des recht hohen Gewichtes (ca. 3,2 Kilo).
Der Schaft, das Griffstück, das ButtPlate
und das Magazin sind mattschwarz. Der Body ist eher Anthrazit-Farben. Der
Farbunterschied ist aber nicht wirklich frappierend. Ösen für Trageriemen sind
natürlich auch vorhanden.
Was Liebe zum Detail angeht..... so wurde z.B. die Schweißnaht
oberhalb des Laufes und im Hülsenauswurffenster übernommen. Die einzigen Markings sind
auf der linken Seite oberhalb des Abzugs zu finden. Auf der rechten Seite
befindet sich nur ein Aufkleber mit einem Warnhinweis. Ein
weiterer Aufkleber befindet sich auf der Wangenauflage.

Magazin:
Das LowCap Magazin ist komplett aus Metall und
fasst 70 Kugeln. Das mitgelieferte Ladetool ist eigentlich nur eine Röhre, die
man am Magazin ansetzt und mit dem man die BB's mithilfe eines Stabes in das Magazin drückt.
Für mich war das das erste mal, das ich so
etwas benutzen musste. Es funktionierte aber trotz fehlender japanisch-Kentnisse
auf Anhieb. Ich war verblüfft, wie viele Kugeln das Magazin schluckt.
Man füllt das gesamte Röhrchen bis zum
Rand mit Kugeln (die bleiben auch im Röhrchen drin, und fallen unten nicht
heraus). Geht am besten mit einer Speedloader-Flasche. Dann setzt man das
befüllte Röhrchen am Magazin an, und drückt
mit dem Stab den gesamten Inhalt in das Magazin rein. Fertig!

Es gibt auch
ein HiCap Magazin für die Waffe. Diese fasst bis zu 500 BB's. Ein 70 Schuß
fassendes Magazin sollte für eine halbautomatische Waffe aber völlig ausreichen. Ich persönlich
bräuchte kein HiCap Magazin..
Zweibein:
Das bereits montierte Zweibein ist
ebenfalls eine tolle Sache. Aufgestellt kommt damit echtes
Scharfschützen-Feeling auf. Man kann damit sehr genau und ruhig Zielen. Man kann
die Waffe auch gut schwenken und drehen.
Selbst mit
eingeklapptem Zweibein kann man die Waffe recht gut halten. Es stört mich
persönlich nicht. Andere Besitzer scheinen damit mehr Probleme zu haben. Man
kann das Zweibein natürlich auch demontieren. Aufgeklappt oder am Schaft
anliegend ist das Zweibein fest arretiert, und kann somit nicht Aus- oder
Einklappen.
Wangenauflage:
Die Wangenauflage ist wirklich praktisch.
Allerdings nur, wenn man mit einem Zielfernrohr anvisiert. Wie in anderen Tests
aber schon beschrieben wurde, stört sie etwas, wenn man per Visierung zielt.
Man muss den Kopf ziemlich unbequem drehen, um ordentlich sehen zu können.
Wenn man kein Zielfernrohr anbringen
möchte,
empfiehlt es sich, den Wangenschutz zu entfernen (ist nur mit doppelseitigem
Klebeband befestigt).
Ein neuer Klebestreifen ist der Waffe aber
beigelegt, damit man die Auflage wieder befestigen kann. Teppichklebeband sollte
es auch tun. Ich überlege mir gerade, ob man da mit
selbstklebendem Klettband eine bessere Basis schaffen kann.
Akku (Sanyo 8,4v 1800mAh):
Dann kam die nervenzerreißende Wartezeit
des Akkuladens......................
Nach ca. 6
Stunden Laden, habe ich es nicht mehr ausgehalten, und musste einfach mal ein
bisschen rumballern (normalerweise sollte man einen neuen Akku das erste Mal
14-18 Stunden aufladen). Das Einführen des Akkus in die Schulterstütze war
anfangs etwas problematisch. Kabelbruch
vorprogrammiert?
Ein kleines
Problem war es, die Kabel und den Tamiya-Schalter vernünftig in der
Schulterstütze
unterzubringen. Man muss schon etwas wurschteln und drücken, um alles
unterzubringen und die Abdeckung (ButtPlate) draufzubekommen. Aber mit etwas
Übung und der richtigen Kabelverlegung klappte es dann doch ganz gut.
 
Zubehör:
Ein nützliches Zusatztool, ist ein
Entladegerät, an das man einen fast leeren Akku anklemmen kann. Es sorgt dafür,
das auch der letzte Reststrom aus dem Akku entfernt wird.
Das ist angebracht, damit kein
Memory-Effekt im Akku entsteht, und man den Akku auch wieder voll laden kann.
Das erhöht die Lebensdauer des Akkus. Einige Ladegeräte habe auch schon eine
Entlade-Funktion integriert.
So oft muss man den Akku aber wohl nicht
wechseln. Habe gelesen, wenn der Akku voll ist, reicht eine Ladung für ca.1000 -
1200 Schuss. Und die muss man erstmal per Einzelschuss auf die Scheibe knallen.
Erster Schusstest und
diverse
Einstellungen:
Für mich ist das SG/1 die erste SAEG-Waffe, und das
Schießen war somit anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Da ich bisher ausschließlich
mit GBB-Waffen geschossen hatte, war das Schießen etwas völlig neues für
mich.
Man vermisst das sofortige Brechen des
Schusses, wenn man abdrückt, da der Motor erstmal spannt, um Druck auf den
Zylinder zu bringen. Man gewöhnt sich aber schnell daran (selbst an das ungewohnte
Geräusch). Hohe Schussraten sind eigentlich nicht möglich, weil der Vorgang gut
0,5 Sekunden dauert.
Interessant ist, das man sogar einen
leichten Rückschlag beim Schießen merkt. Aufgefallen ist mir auch, das die
Schüsse sehr leise sind. Selbst ohne Schalldämpfer, der aber eh nur als optisches
Schmankerl dient, und eigentlich keine Funktion hat.
Visierung:
Die Visierung kann man wie bei der echten
Waffe in 4 verschiedenen Stellungen einrasten und ggf. mit einem Schraubendreher
nachstellen. Da es sich ja aber eigentlich um ein Scharfschützengewehr handelt, und
ich sowieso ein ZF montieren wollte, habe ich mich damit nicht weiter befasst.

HopUp:
Das HopUp war bei meiner Waffe vom Werk aus
recht rudimentär eingestellt.
Das schöne bei dem Gewehr ist, das man das
HopUp völlig unkompliziert und ohne Zuhilfenahme von Werkzeug einstellen kann. Wie beim echten G3
befindet sich links über dem Lauf der Spannhebel. Wenn man diesen zurückzieht
und einrastet, wird im Hülsenauswurffenster das HopUp-Rad sichtbar, das man mühelos mit leichtem Drehen einstellen kann. Ich habe das Gewehr
erstmal grob ohne Zielfernrohr eingestellt und per Visierung eingeschossen.

Aus der Hüfte:
Was die Präzision bis dahin angeht... ich
saß in der Küche und war am Einstellen. Schräg gegenüber im Schlafzimmer habe ich eine Fliege an der Schranktür entdeckt (etwa 4 Meter entfernt). Probierste's
mal, dachte ich mir..... Fliege anvisiert und abgedrückt (0,20g BB). Der Schuß ist etwa 1cm
unter der Fliege aufgeschlagen (hat sie eher wenig interessiert, da
sie einfach sitzen geblieben ist).
Etwas höher anvisiert.... das Ergebnis
seht Ihr auf dem Photo :).
Zugegeben.... es war eine recht große
Fliege, aber das der Schuß so gut gesessen hat, hat mich selber überrascht. Und
das nur über "Kimme & Korn". Ein etwas unorthodoxer Schusstest, der
die Präzision aber gut verdeutlicht.
Habe die Schmuddelei dann mit Glasreiniger
und einem Papiertuch entfernt (macht Laune, auf Fliegen zu schießen... mache ich
auch gern mit meiner Beretta 92F). Anmerkung: Das sind im übrigen die einzigen
Lebewesen, auf die ich schießen würde!
Tip:
Beim Schießen sollte man darauf achten,
das man den Abzug erst wieder loslässt, wenn der Schuss abgegeben wurde, damit
es zu keinem Gearbox-Jam kommt. Wenn man den Abzug nur kurz betätigt, kann es
passieren, das die Zahnräder der Mechanik in der falschen Position stehen
bleiben, weil der Motor zu früh stoppt, und man hinterher nicht mehr schießen
kann. Die interne Zahnrad-Mechanik verhaspelt sich gewissermaßen..
Im schlimmsten Fall müsste man die Waffe
fast komplett zerlegen, um die Gearbox freizulegen, damit man die Zahnräder wieder in die richtige
Lage bringen kann (insofern sich das nicht wieder von selbst einrenkt). Das kann vor allem passieren, wenn man
versucht schnell hintereinander Schüsse abzugeben. Man sollte also mit Bedacht
schießen, den Abzug voll durchziehen und warten, bis sich der Schuss gelöst hat,
bevor man den Abzug wieder loslässt. Wenn man merkt, das der Akku fast leer ist,
sollte man auch nicht unbedingt weiterschießen.
Sollte aber alles kein Problem sein. Es ist ja
eigentlich auch ein Scharfschützengewehr, mit dem man nicht wie ein Wilder
losballern sollte. Und wie gesagt... hohe Schussraten sind eh nicht möglich.
Schalldämpfer:
Um das G3 optisch aufzuwerten, habe ich
mir eine Schalldämpfer-Attrappe dazugekauft. Er besteht komplett aus Aluminium
und ist mit Schaumgummi gefüttert. Dieser Schalldämpfer besitzt ein 14mm Links-
& Rechtsgewinde. Ein passendes Adapterstück wird
ebenfalls benötigt.
Die Montage
ist denkbar einfach. Madenschraube lösen, alten
Lauf abziehen, und Schalldämpfer mit Adapter aufstecken und festschrauben. Den
Adapter gibt es auch als kurze Version. Den Adapter und diverse verschiedene
Schalldämpfer bekommt Ihr bei StormTec. Wie schon geschrieben, ist das Gewehr
mit Schalldämpfer 114 cm lang, und somit nicht mehr wirklich für Häuserkampf
geeignet.

Distanzschusstest:
Nachdem ich den Akku erstmal weitere 10
Stunden angeklemmt habe, und somit vermutlich voll war, habe ich die ersten Distanzschüsse
gemacht. Das Zielfernrohr (RWS 4x32, Absehen 6) hatte ich auch soweit eingestellt.
Es empfiehlt
sich auf jeden Fall, wie bei den meisten AEG's, möglichst schwere BB's zu benutzen (0,25g). Die besten
Ergebnisse hatte ich mit den "Tokyo Marui Tactical AEG Grade 0,25g" BB's (2000
Kugeln ca. 17 €). Die waren der Waffe auch beigelegt. 0,20g BB's kann man
natürlich auch verwenden.
(Schussbild wird noch gemacht)
5 Schuss auf 5 Meter mit
Zielfernrohr. Auf dem Boden liegend mit aufgestelltem Zweibein und Marui 0,25g BB's:
5 Schuss auf 10 Meter mit
Zielfernrohr. Auf dem Boden liegend mit aufgestelltem Zweibein und Marui 0,25g BB's:
5 Schuss auf 10 Meter mit
Zielfernrohr. Auf dem Boden liegend mit aufgestelltem Zweibein und Umarex 0,20g BB's:
Kurzes Fazit:
Ein Leistungswunder ist das
(unmodifizierte) Tokyo Marui G3 SG/1 mit ca. 0,7 Joule definitiv nicht. Eine CD
habe ich auf 5 Meter nicht zerschießen können. Trotzdem ist die Waffe überraschend
Präzise, wenn man sie erstmal richtig eingestellt hat.
Trotz kleinerer Mängel, wie z.B. die etwas
zu geringe Leistung und der hohe Plastikanteil, macht es wirklich Laune, auf dem Boden liegend mit dem SG/1
zu schießen. Ich würde es mir sofort wieder kaufen. Mir gefiel das Gewehr
alleine schon aus optischen Gründen (macht sich aufgestellt hervorragend auf
jedem Sideboard).








Ich denke,
das Review war soweit umfangreich genug, und hilft den einen
oder anderen vielleicht etwas bei der Kaufentscheidung.
Sollte es doch noch Fragen geben, eMail
an webmaster[at]second-unit.org
-= Gadler =-
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